Die Chemie des Verliebens
Generell halten wir nicht so viel davon, das Verliebtsein zu sehr zu analysieren. Beziehungen analysieren wir, aber nicht das Verliebtsen. „Es ist was es ist“ könnte unser Motto sein. Sich zu verlieben ist wunderbar und sonderbar und wenn man hinterfragt, wodurch das Verlieben verursacht wird, dann ist die Romantik futsch. Trotzdem waren wir ein wenig neugierig, unser Interesse wurde geweckt und im Nu haben wir unsere Abneigung gegen Chemie überwunden und faszinierende Fakten über die Chemie des Verliebens herausgefunden.
Mit den Symptomen des Verliebtseins sind Sie wahrscheinlich vertraut – Herzrasen, Nervosität, Schlaflosigkeit, kaum Appetit und sichtbares Strahlen. Außerdem die guten alten Schmetterlinge im Bauch. Die Wissenschaft versichert uns, dass gar keine Schmetterlinge daran Schuld sind, sondern die Chemikalien Dopamin, Norepinephrin und Phenylethylamin, die vom Gehirn freigesetzt werden. Sie werden ausgelöst von visuellen und anderen Impulsen, denen frisch Verliebte ausgesetzt sind und sorgen dafür, dass sie sich nur noch auf die Person konzentrieren, in die sie verliebt sind.
Am Anfang einer Beziehung sind die Serotonin-Werte der Verliebten ähnlich wie bei einer obsessiven Zwangsstörung. Das erklärt ja dann einiges (zum Beispiel die Obsession und die Zwanghaftigkeit von Verliebten) und es klingt überhaupt nicht romantisch.
Später in der Beziehung fördert Oxytocin die Bindung der Verliebten. Es handelt sich dabei um denselben Stoff, der die Beziehung einer Mutter zu ihrem Kind stärkt – das ist doch romantisch! Oxytocin wirkt dem Norepinephrin und dem Phenylethylamin entgegen, weswegen die stürmische Liebe ausklingt (:-((), aber die romantische Beziehung wächst (:-))). Endorphine tun auch ihren Teil, damit die Verliebten sich entspannt und glücklich in ihrer Beziehung fühlen.
So faszinierend die romantische Chemiestunde auch sein mag, ist sie doch nicht ganz so schön wie das Gefühl, verliebt zu sein, also legen wir dieses Wissen im Ordner für faszinierende Fakten ab und halten die Liebe trotzdem weiterhin für wunderbar und sonderbar – und total romantisch!
