Eine Ehe bedeutet Verantwortung

22.02.12 von · Kommentar abgeben

 

Die Scheidungsrate ist hierzulande in den letzten Jahren zum Teil drastisch angestiegen. Über die Gründe kann natürlich an dieser Stelle nur spekuliert werden, nur hat man in vielen Fällen den Eindruck, dass die Eheschließung häufig übereilt und/oder aus finanziellen Aspekten geschlossen wird. So mag es niemanden verwundern, dass derartige Ehen in den meisten Fällen über kurz oder lang zum Scheitern verurteilt sind.

Doch wieso heiratet man überhaupt? Aus Liebe? Weil es von einem erwartet wird? Um die Liebe zu legitimieren und wenn ja, vor wem? Man sollte doch meinen, dass es keiner „offiziellen“ Bestätigung der Liebe bedarf, wenn man sich wirklich liebt und glücklich ist. In einigen Fällen geht mit der Eheschließung zudem eine gewisse Endzeitstimmung einher. Die Gewissheit, nur noch diesen einen Partner bis an sein Lebensende neben sich zu wissen, lässt nicht wenige, zumindest vorübergehend, in eine Art von Depression verfallen.

Keine Frage: Dieses hier gezeichnete Bild der Ehe ist sehr bedrückend und nicht selten hält dieser Bund tatsächlich lebenslang und vor allem in glücklicher Zweisamkeit. Das Wesentliche ist gleichwohl, dass man sich der Verantwortung einer Eheschließung bewusst sein sollte. Insbesondere dann, wenn eine Scheidung unumgänglich erscheint.

Schlechte Zeiten = Scheidung

Mit der Heirat übernimmt man Verantwortung. Nicht nur für sich selbst, sondern ebenso für den Partner, den Nachwuchs und für das Fortbestehen der Ehe. Man verpflichtet sich, gerade in schlechten Zeiten, zueinander zu halten. Diesbezüglich hat man oftmals den Eindruck, dass die Toleranzgrenze im Vergleich zu älteren Generationen stark gesunken wäre.

Scheidungen werden inflationärer genutzt, was womöglich auch am Überangebot neuer Partner resp. dem Überangebot der Kontaktaufnahme, im Speziellen im Zuge der neuen Medien, liegen mag. Wieso schlechte Zeiten gemeinsam bewältigen, wenn der/die Nächste schon vor der (virtuellen) Tür steht?

Scheidung – Alles vorbei!?

Auf den ersten Blick erscheint die Scheidung als saubere und effiziente Lösung. Man lässt sich scheiden und jeder geht seiner Wege. Doch für gewöhnlich ist es eben nicht so einfach, erst recht nicht, wenn gemeinsame Kinder existieren.

Bei wem sollen die Kinder leben? Beim wem wollen die Kinder leben? Wie viel Unterhalt sollte gezahlt werden? Wie gestaltet sich der Versorgungsausgleich? Wiederrum Fragen der Verantwortung, denen in finanzieller Hinsicht in unserem derzeitigen Gesellschaftsgefüge häufig die Männer nachkommen müssen. Bereits dabei kommt es vielmals zu tiefgreifenden Auseinandersetzungen, welche in einigen Fällen zu so genannten Rosenkriege ausarten. Gänzlich vernachlässigt werden in diesem Kontext die Kinder sowie die Auswirkung dieser Streitigkeiten auf das Verhältnis zu selbigen. In diesem Zusammenhang muss jedoch beiden Streitparteien bewusst sein, dass ein gutes Verhältnis zu den Kindern für diese auch nach Scheitern der Ehe von eminenter Bedeutung ist.

Online-Scheidung – Eine Alternative?

Im Zuge der technischen Entwicklungen der letzten Jahre und Jahrzehnte mag es den einen oder anderen nicht verwundern, dass selbst eine Scheidung nunmehr online vollzogen werden kann. Hier muss jedoch eindeutig Aufklärungsarbeit betrieben werden.

Die Online-Scheidung beinhaltet keineswegs ein elektronisches, rechtskräftiges Urteil, was viele Menschen zuallererst mit diesem Begriff in Verbindung bringen. Dreh- und Angelpunkt dieser Variante ist die Art der Kommunikation. Diese soll mit seinem Scheidungsanwalt vornehmlich per E-Mail, Fax und Telefon erfolgen, was einem Zeit und insbesondere Kosten ersparen soll. Das bietet sofort viel Platz für Kritik.

Sofern eine Scheidung nicht einvernehmlich erfolgt, kann sich diese zu einer diffizilen Angelegenheit entwickeln. In diesen Fällen wäre eine direkte face-to-face Beratung durch den Anwalt höchstwahrscheinlich sinnvoller. Und in der Tat wird ausschließlich Ehepaaren zur Online-Scheidung geraten, die sich bereits in den meisten Punkten (Unterhalt, Sorgerecht etc.) einig sind. Hinzu kommt, dass vielen Menschen diese Form der indirekten Beratung nicht behagt, was zum Teil mit erwarteten Beratungsmängeln unterfüttert wird. Gleichwohl sollte man die Qualität der Beratung nicht vom Medium abhängig machen. Ob ein Rechtsanwalt gut oder schlecht ist, kann keineswegs am gewähltem Kommunikationskanal ausgemacht werden.

Insofern kann die Online-Scheidung im Falle einvernehmlicher Trennungen durchaus als Alternative zur konventionellen Scheidung herangezogen werden. Die Zeit- und Kostenersparnis ist evident. Für alle anderen Paare sollte die persönliche Beratung durch den Scheidungsanwalt im Vordergrund stehen.

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