Promi-Singles können nicht begeistern

27.08.09 von fiona · Kommentar abgeben

Ich muss gestehen, dass ich den Start der neuen “Reality” Serie über drei “Promi”-Singles auf “Partnersuche” verpasst habe. Aber das Urteil in Presse und Blogs ist ziemlich einstimmig vernichtend. Die Liebepur fasst die Kritiken der Promi-Singles Show so zusammen:

“Keine Traumfrauen , keine Promis – nur eine miese Kuppelshow.”

Kritisiert werden unter anderem die Unglaubwürdigkeit der “Promi-Singles”, das fragwürdige Attribut “Promi” im Zusammenhang mit dem Bekanntheitsgrad der drei “Traumfrauen” (?), sowie deren mangelndes Charisma. Promi-Singles haben nicht nur im deutschen Fernsehen Konjunktur (was wurde eigentlich aus Schlagertochter Siegel? Hat die ihren Prinzen inzwischen gefunden?), auch im US-Fernsehen stehen Kuppelshows mit Promi-Singles hoch im Kurs. Dort erfreuen sich die diversen Formate grosser Beliebtheit. Was haben also die US-Kuppelshows, was die deutschen nicht haben?

Dass diese “Reality”-Shows nichts mit einer irgendwie gearteten Realität zu tun haben, dürfte spätestens seit der dritten Staffel von Flavor of Love und Rock of Love klar sein. Wer sucht schon ernsthaft drei Mal hintereinander mit der gleichen erfolglosen Methode die Liebe seines Lebens? Klar, abgehalfterte Rapper und Rocker, deren Karrieren schon bessere Zeiten erlebt haben. Dass die sich aber im Fernseher eher für quotenträchtige Skandalnudeln entscheiden als für echte Traumfrauen, ist nicht nur ein offenes Geheimnis, es stört auch keinen Menschen.

Die Stars der Sendungen sind glücklich, denn ihre längst totgeglaubten Karrieren werden wiederbelebt; das Publikum ist glücklich, denn es bekommt unterhaltsame “Reality” serviert; die Kandidatinnen sind glücklich, denn wenn sie alles richtig anstellen, bekommen sie ihre eigene Show (siehe I Love New York, Charm School).

Und genau darin liegt der Unterschied zwischen amerikanischen und deutschen Promi-Single-Kuppelshows. Die Hauptakteure sind dort wie hier bestenfalls C-Promis und der Realitätsanspruch wird von keinem der Beteiligten wirklich erhoben. Was die amerikanischen Shows erfolgreich macht, sind ihre überzeichneten, bildungsfernen, ruhmsüchtigen Akteure (zu deutsch: Rampensäue). Die hiesigen Promi-Singles haben einfach nicht das Charisma, um eine Sendung ohne wirkliche Handlung und mit minimalem Produktionsaufwand trotzdem interessant zu machen. Und so wird sich wahrscheinlich auch das deutsche Publikum weiterhin von amerikanischen Promi-Singles belustigen lassen.

Ach so, einen Kritikpunkt gab’s noch: die Kuppelshows haben kein Niveau – das sucht man diesseits wie jenseits des Atlantiks vergeblich  – aber Niveau wollen wahrscheinlich die wenigsten, die ein solches Format einschalten…

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