führt Sie zur Liebe Ihres Lebens
Melden Sie sich jetzt GRATIS an

Was ist ein Barcamp überhaupt?

bcmuc09-7Jetzt hatten wir schon fast eine ganze Woche Zeit, die Eindrücke vom Barcamp Munich zu verarbeiten - Blogpost-Nachlese, Kontaktpflege und Sortieren der eigenen Fotos und Notizen nimmt fast so viel Zeit in Anspruch wie das Barcamp selbst. Was wir allerdings leider feststellen mussten - sobald wir vom Barcamp erzählen, sehen wir uns nur mit ganz vielen Fragezeichen konfrontiert. "Ein Wasfürnding? Kenn ich nicht!" Die Liebepur meint sogar:
irgendwie sind die digitalen Welten inzwischen von den realen völlig abkoppelt.
Man kann gut nachvollziehen, wie der Eindruck entstehen könnte, dass ein Barcamp eine reine Nerd-Veranstaltung ist, die durchschnittlich Internet-Interessierten nichts zu bieten hat. Dieser Eindruck ist leider vollkommen falsch, daher hier unser Versuch, zu erklären Was ist ein Barcamp überhaupt?
  • Das Barcamp nennt sich "Un-Konferenz", aber darin steckt trotzdem das Wort Konferenz. Es ist nur eine Konferenz mit anderen Mitteln.
  • Das Barcamp richtet sich an Menschen, die sich im weitesten Sinne für Internet-Themen interessieren.
  • Unterschied 1: Jeder ist willkommen, als Gast und Zuhörer an dieser Konferenz teilzunehmen - kostenlos!
  • Unterschied 2: Jeder ist willkommen, zu jedem beliebigen Thema einen Vortrag zu halten, eine Diskussionsrunde zu leiten oder einen Workshop zu veranstalten.
  • Unterschied 3: Die Inhalte der Konferenz stehen nicht im Voraus fest, sondern werden gemeinsam geplant und können sich im Laufe des Wochenendes verändern.
Und so funktioniert's: was in der Theorie reichlich kompliziert und chaotisch klingt, ist in der Realität ganz einfach. In einer grossen Planungsrunde am ersten Tag darf jeder Teilnehmer der Allgemeinheit erzählen, zu welchem Thema er gerne eine sogenannte "Session" halten möchte. Die Themenwahl ist absolut frei. Auch wenn sich, aktuellen Trends entsprechend, bestimmte Themenschwerpunkte ergeben, ist das Spektrum immer breit gefächert. Dieses Jahr ging es immer wieder um Google Wave, Cloud Computing und facebook Marketing, also Themen, die bestimmt nicht jeden interessieren. Gleichzeitig gab es Sessions zu Themen, die erst auf den zweiten Blick überhaupt einen Internet-Aspekt haben: bei Was macht einen guten Kaffee aus?, Entspannungs-Techniken oder Video-Schnitt und ähnlich spannenden Vorschlägen findet bestimmt jeder etwas, das ihn interessiert. Und wenn nicht, dann hält er eben selbst eine Session zu seinem Lieblingsthema. Welche Sessions stattfinden, bestimmt die Nachfrage. Wenn in der Vorstellungsrunde viele Leute Interesse an einer Session zeigen, dann wird ein grosser Raum zugeteilt, bei geringerem Interesse ein kleiner Raum, und wenn keiner Interesse hat, dann findet diese Session eben nicht statt oder wird am nächsten Tag nochmal vorgeschlagen (oben der Session-Plan für den Samstag beim Barcamp München - ganz altmodisch mit Papier, Stift und Tesa ;)). Danach geht's dann fast so zu, wie bei einer normalen Konferenz. Nur ein bisschen jünger, ungezwungener, manchmal auch chaotischer, aber mindestens genauso interessant. Da wird referiert, diskutiert, man lernt sich kennen, verteilt und sammelt Visitenkarten oder benutzt digitale Visitenkarten, um Kontaktdaten auszutauschen. Hinzu kommt natürlich die Online-Kommunikation, über die in Form von Twitter-Streams, Live-Blogs und flickr-Gruppen ein reger Austausch statt findet. Das Schöne an einem Barcamp ist: all das, was hier mit vielen Worten beschrieben werden muss, erklärt sich vor Ort plötzlich ganz von selbst. Man versteht sehr schnell, wie die Session-Planung funktioniert und was, wann, wo stattfindet. Und wenn man doch mal unsicher ist, dann fragt man einfach, denn die Leute sind offen, freundlich und hilfsbereit. Schließlich waren sie auch alle mal Barcamp-Neulinge und freuen sich über jeden Besucher, der das Barcamp neu für sich entdeckt! Einen weiteren empfehlenswerten Beitrag für Barcamp-Neulinge gibt es hier.
Satisfied Users